Moselsteig – Wandern, Weinberge und Winzerschenken

Zeichnung von der Burg Elz an der Mosel - ©undrey - stock.adobe.com

Einer der längsten Fernwanderwege Deutschlands führt entlang am gesamten deutschen Mosellauf vom deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzort Perl bis hin zur Mündung am Deutschen Eck in Koblenz. Auf insgesamt 365 Kilometer aufgeteilt in 24 Etappen führt der Weg durch die schönsten Kulturpfade entlang der Mosel. Die Wanderstrecke, die bereits mit den Prädikaten „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ und „Leading Quality Trail – Best of Europe“ ausgezeichnet wurde, ist somit ein lukratives Ziel.

Bereits 2009 wurde mit den Planungen für den Wanderweg begonnen und in den folgenden Jahren wurde der Ausbau bis zur Eröffnung im Jahre 2014 mit über 1.000 Hinweisschildern im Orangeton auf weißem Untergrund vorgenommen. An Pfählen, Weinbergmauern oder Bäumen finden sich nun die auffälligen Wegweiser. Die Route bleibt dem Verlauf des Flusstals der Mosel treu. Und um den Wanderern grandiose Ausblicke zu schenken, wird insgesamt 13 Mal die Uferseite gewechselt. Hierbei stand wohl auch im Vordergrund, dass der Weg das Ziel ist. Die Wanderwege führen abwechslungsreich über sanft federnde Wald- oder Grasböden bis hin zu schroffen schmalen Felspfaden. Für die Rast wurden die am Wegesrand liegenden Orte stets optimal eingebunden, denn sie liegen selten mehr als 2 Kilometer entfernt von der Wanderstrecke.

Die Wanderwege führen abwechslungsreich über sanft federnde Wald- oder Grasböden bis hin zu schroffen schmalen Felspfaden.

Hinweisschild Moselsteig Wanderweg - ©beatuerk - stock.adobe.com
Hinweisschild Moselsteig Wanderweg – ©beatuerk – stock.adobe.com

Bernkastel-Kues

Neben der originären Wanderroute sind besondere Rundwanderwege auch als Tages- oder Halbtagestouren mit besonderen Aussichten und Erlebnissen gespickt. Sie werden als „Seitensprünge“ beziehungsweise im Bereich der Terrassenmosel als „Traumpfade“ gesondert ausgewiesen. Einige der beeindruckenden Wandererlebnisse werden wir hier vorstellen. Sie sind nach Schwierigkeitsgraden eingestuft und sind je nach eigenen Ansprüchen eingeteilt: von leicht über mittel bis schwere Strecken. Bei anspruchsvolleren Rundgängen sind auf jeden Fall feste Wanderschuhe erforderlich, damit die starken Steigungen und Gefälle gefahrlos durchwandert werden können.

Im Bereich des deutschen Weinbaus liegen dieser Ort und seine Umgebung inmitten eines traditionsreichen Anbaugebiets des deutschen Weinbaues mit bekannten Weinbergslagen. Inzwischen ist der mit einer umfangreichen Infrastruktur ausgestattete Kern einfach per Auto, Fahrrad, Fährschiffen oder direkt über den Moselsteig per pedes erreichbar. Im historischen Ortszentrum können zahlreiche Anlaufpunkte im Bereich Gastronomie, Mode und viele kleine Einzelhandelsgeschäfte angesteuert werden.

Blick auf Bernkastel-Kues - ©Ludwig - stock.adobe.com
Blick auf Bernkastel-Kues – ©Ludwig – stock.adobe.com

Tipp: Bernkasteler Bärensteig

Ein mittelschwerer Rundgang startet direkt von einer kleinen Gasse hinauf zum sogenannten Bärensteig. Die Namensgebung für den Rundgang soll auf den Trierer Erzbischof zurückgehen, der offensichtlich nach einer Begegnung mit einem Bären den Ort gründete. Nach dem gepflasterten Aufstieg durch die Gassen der Altstadt führt der Rundgang in einer circa 6,5 Kilometer langen Schleife wieder zurück in den Ort. Auf schmalen Pfaden führt der Weg serpentinenartig auf über 400 Meter durch kühle bewaldete Flächen. Die aufgestellten Bänke und Ruheplätze bieten dann interessante Aussichten auf die umliegenden Orte entlang der Mosel, Fernsichten auf die Höhenzüge des Hunsrücks sowie die Burganlage Landshut.

Minheim

Minheim wird von einer besonders engen Flussschleife der Mosel umrahmt und wirkt aus der Luftperspektive wie eine Halbinsel, daraus entstand dann schließlich auch die vor allem touristische Bezeichnung „Sonneninsel Minheim“. Entsprechend den klimatischen Bedingungen wird Minheim durch den Weinbau auf den weitläufigen Hängen geprägt. Ergänzt wird das touristische Angebot durch Übernachtungsmöglichkeiten, Weinstuben und Straußenwirtschaften.

Tipp: Sonneninsel-Rundweg

Wer sich einen Überblick über den Weinanbau verschaffen möchte, hat die Gelegenheit, auf gut ausgebauten und befestigten Wegen im Rundgang das Areal zu erschließen. Ausgangspunkt ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Der Weg führt die Weinbergstraßen hinauf in die Weinberge. Ein Weinlehrpfad informiert über den mühsamen Anbau des Weines. Er führt zur Minheimer Pestkapelle, die 1989 als Ersatzbau für die ursprünglich schon 1710–1718 am Ortsausgang Richtung Klausen errichtete Kapelle errichtet wurde. Weiter führt der Rundweg zum Gleithang mit einem Abstecher zum Aussichtspunkt hin zu einem Verteidigungsposten der Römer in der Antike, der Burglay. Dann erfolgt der Rückweg über einen guten Aussichtspunkt auf die Schleuse Wintrich. Vorbei am Alten Eichhaus führt der Weg zurück ins beschauliche Minheim.

Ein Weinlehrpfad informiert über den mühsamen Anbau des Weines.

Trend Wandern 2021

Graach

Die Gemeinde Graach ist ein weiterer traditioneller Weinbauort, bekannt vor allem durch die überregional geschätzten Weingüter Willi Schäfer und Philipps-Eckstein. Die Rebflächen liegen fast ausschließlich am Steilhang und dienen dem Anbau der Rebsorte Riesling. Die 20 Winzer in dem Ort leben vom Wein und ausgebauten touristischen Angeboten. Die beeindruckenden Steilhänge können per Wanderwege erkundet werden.

Tipp: Graacher Schanzenweg


Interessant und abwechslungsreich gestaltet sich die Wanderung entlang des Schanzenweges. Startpunkt ist die über dem Ort gelegene „Graacher Schäferei“. Auf schmalen Waldwegen und entlang einer Hangkante bietet die Schutzhütte „Maria Zill“ eine Rastmöglichkeit und über den gleichnamigen Aussichtspunkt kann der weitläufige Blick über das Moseltal schweifen. Bernkastel-Kues, Mülheim, Graach, Wehlen und Zeltingen-Rachtig mit der großen Staustufe können in Augenschein genommen werden. Danach erfolgt der steile Abstieg hin zum Ausflugslokal und dann zu einer Wegekreuzung wieder hinauf mit einer Sicht auf ein freies Wiesengelände. An einem Waldsaum führt der Weg dann direkt durch die früheren Befestigungsanlagen, von denen heute noch Wälle und Gräben erkundet werden können. Anschließend geht es über eine neu angelegte Wildbrücke hinab durch den Wald. Ein lukrativer Wanderweg mit schönen Aussichtspunkten und abwechslungsreicher Streckenführung.

Ausblick Moseltal - ©CPN - stock.adobe.com
Ausblick Moseltal – ©CPN – stock.adobe.com

Moselsteig und Sonderwege

Das Wandererlebnis auf dem Moselsteig wird durch Rundwanderwege ergänzt, die als „Seitensprünge“ oder im Bereich der Terrassenmosel als „Traumpfade“ gekennzeichnet werden. Hier kann man sich die regionalen Facetten in Form von Halbtages- oder Tagestouren erwandern. Durch die Gütesiegel, die vom Deutschen Wandersiegel verliehen werden, erfüllen sie Qualitätsstandards und sind durch die umfassende Beschilderung auch für Anfänger geeignet.

Das Wandererlebnis auf dem Moselsteig wird durch Rundwanderwege ergänzt,


Wer die Auszeit genießen möchte, findet vor Ort eine breit gefächerte Auswahl an Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen, Pensionen, Hotels oder Ferienwohnungen. Vom Deutschen Wanderverband gibt es eine Liste „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ mit zertifizierten Betrieben, die sich auf Wanderer spezialisiert haben. Wer es noch etwas komfortabler haben möchte, kann die komplette Organisation einer Wandertour mit Wander-Arrangements durchplanen lassen. Das Angebot umfasst die Buchungen der Unterkunft bis hin zum Gepäcktransfer-Service.

Wandern auf dem Moselsteig

Die Mosel kann über das gut ausgebaute Straßennetz neben den aufgeführten Wanderwegen noch mit zahlreichen historischen Stadtkernen überzeugen. So bieten sich die anliegenden Städte Cochem oder Trier mit historischer Bausubstanz an. Die ganze Region bietet zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten und ab August mit zahlreichen Weinfesten gut wahrgenommene Anlaufpunkte für die Freizeit an. Das breite Spektrum an Entdeckungsmöglichkeiten ist ideal für einen kurz- oder langfristig geplanten Urlaub geeignet.

N. Hagedorn
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