Jeep Renegade – Der urbane Offroader

Jeep Renegade – Der urbane Offroader

26. Februar 2020 0 Von glamp

Schon seit 2014 mischt Jeep mit dem Renegade in der immer beliebter werdenden SUV-Klasse mit. Das Konzept ist eine Mischung aus den Zutaten der traditionellen SUV gepaart mit einer Geländetauglichkeit aus dem traditionellen Jeep Wrangler. Die Abmessungen sind sowohl stadt- als auch geländetauglich. Für das neue Jahr hat Jeep den Renegade mit einem deutlichen Update versehen und verspricht für die Zukunft einen Plug-in-Hybrid für das kommende Jahr. Während Jeep in der Vergangenheit mit großvolumigen 3- oder 4-Liter Aggregaten an den Start ging, steht in der Zukunft das Downsizing im Motorensegment im Mittelpunkt und in naher Zukunft wahrscheinlich schon die Elektrifizierung.

Das Downsizing der Verbrennungsmotoren im Rahmen des Dieselgates verbunden mit einigen Modell-Neuvorstellungen hat der Marke Jeep im letzten Jahr einen neuen Zulassungsrekord beschert. Mit 17.120 Neuzulassungen und einem Wachstum um 28,9 Prozent war es das absatzstärkste Jahr seit der Markteinführung im Jahr 1984 in Deutschland. Neben dem neuen Compass ist das Einstiegsmodell Renegade mit 4.936 Neuzulassungen das beliebteste SUV der Marke.

Downsizing und der langsame Abschied vom Dieselmotor

Soll der Spagat zwischen stark verschärften Zulassungsvorschriften und angedrohten Dieselfahrverboten gelingen, bleibt den Herstellern der großformatigen Geländewagen nur die Flucht nach vorn. Drei Antriebsszenarien stehen dabei im Fokus: Das Downsizing der Verbrennungsmotoren mit geringerer Umweltbelastung, der Systemwechsel auf die Elektrifizierung oder der Wasserstoffantrieb. Die ersten beiden Varianten werden beim neuen Jeep Renegade zurzeit forciert.

Viele Segmente erinnern an den bewährten Wrangler, an der Front ist der tradierte Seven-Slot-Grill Standard. Dahinter debütieren die neuen Benzinmotoren mit kompakten Hubräumen. Der kleinste Dreizylinder als 1-Liter-Motor leistet 120 PS und ist für den mächtigen Geländewagen doch etwas unterdimensioniert. Während er in der Stadt noch mitschwimmt, ist er für das 1,4 Tonnen schwere Gefährt bei zügigen Überholvorgängen oder im harten Geländeeinsatz nicht geeignet.

Hier sollte man dann schon lieber auf den 1,3-Liter-Vierzylinder-Motor zurückgreifen, den es wahlweise mit 150 PS oder als 180-PS-Variante gibt. Angesichts der Diskussion um die Fahrverbote lag der Fokus wohl auch bei Jeep, die neuen Motoren nach der neuesten Abgasnorm mit Partikelfiltern anzubieten. Über Fahrverbote wird man sich keine Sorgen machen müssen, aber spätestens 2021 soll laut Firmenchef Sergio Marcchione der Diesel nur noch in Nutzfahrzeugen zu finden sein.

Jeep Renegade Modelljahr 2019
Jeep Renegade Modelljahr 2019

Hit the road Jeep

Die verbliebenen Dieselmodelle mit neuen SCR-Katalysatoren erfüllen die neue 6d-TEMP-Norm. Auch hier sollte man auf die stärksten Triebwerke für das schwere Gefährt setzen. Beim Getriebe kann man zwischen traditionellem Schaltgetriebe, einem 6-Gang-DSG-Automatikgetriebe oder im obersten Segment das neunstufige Automatikgetriebe wählen.

Wer auf den robusten Geländeeinsatz setzt, muss schon für den Einsatz eines Allradantriebes auf die stärkeren Motorenvarianten setzen. Im normalen Straßenbetrieb wird das Fahrzeug über die Vorderachse angetrieben. Der Allrad schaltet je nach Bodenverhältnissen zu. Wer noch einen richtigen Schwerpunkt auf das Gelände setzen will, greift am besten auf die Offroad-Version Trailhawk zu, hier gibt es mehr Bodenfreiheit (bis zu 210 mm) ,sowie Geländeprogramme mit Bergabfahrhilfe und Kriechgang.

Der Abtrünnige auf neuen Pfaden

Die wahren Offroad-Fans, die neben der Straße auch das raue Gelände zu schätzen wissen, brauchen sich keine Sorgen zu machen, seine Kernkompetenzen hat der Renegade nicht an die Straße abgegeben. Serienmäßig kann er mit ausreichender Bodenfreiheit, guten Böschungs- und Rampenwinkeln und bis zu 19 Zoll großen Rädern die Nebenstrecken bei allen Witterungs- und Bodenbedingungen locker bewältigen.

Wer dann noch die Kletterfähigkeit und die schroffe Geländetauglichkeit eines Renegade zu schätzen weiß, kann bei der Version „Trailhawk“ mit 21 Zentimetern Bodenfreiheit, speziellem Allradantrieb und einer Untersetzung von 20:1 die volle Kraftverteilung ausnutzen.

Das Allradsystem „Jeep Active Drive“ steuert den Antrieb zwischen Vorderrad- und Allradsystem vollautomatisch. Bei guten Straßenverhältnissen greift der Antrieb allein über die Vorderachse und spart entsprechend Kraftstoff ein. Bei Unter- beziehungsweise Übersteuerungssituationen wird das Ansprechverhalten optimiert. Gerade bei schnellen Kurvenfahrten macht sich das positiv bemerkbar.

Letztendlich ist der Renegade mit dem sehr robusten Aufbau für den Geländeeinsatz oder auch als Zugpferd für gebremste Anhängelasten bis zu 1.500 kg ausgelegt. Entsprechend kann man auch den großzügigen Innenraum ausnutzen: Egal, ob bis zu 5 erwachsene Personen oder die gesamte Ladefläche genutzt werden soll, für diese Fälle steht genügend Sitzplatz oder Stauraum zur Verfügung. Mit umgeklappter Sitzbank kann das Ladevolumen von 350 auf 1.300 Liter erweitert werden.

Im Rahmen der Erneuerungen wurde die Sicherheitsausstattung erweitert. Fahrspurassistent und die Erkennung von Hindernissen gehören ebenso wie die Verkehrszeichenerkennung zur Serienausstattung. Ab der Version „Limited“ ist auch ein Notbremsassistent enthalten.

Interieur

Der Renegade bietet – wie oben beschrieben – ausreichende Platzverhältnisse und viele praktische Ablagefächer für Utensilien unterschiedlicher Größen. Das Cockpit ist mit dunklen, nicht reflektierenden Kunststoffen gestaltet. Das Multifunktionslenkrad ist bestückt mit zahlreichen Einstellungstasten, auf der linken Seite vorwiegend für die Konfiguration des mittleren digitalen Cockpits und rechts für die adaptive Geschwindigkeitsregelung im Langstreckenbereich. Zentral in der Mitte gibt es ein relativ groß dimensioniertes Multimedia-Touchdisplay für die Hauptfunktionen Multimedia-, Radio-, Telefon-, Klima-, Einstellungs- und Navigationsdienste. Die Bedienung erfolgt nach kurzer Eingewöhnung intuitiv und mit guter Reaktionszeit auf dem Display.

Die Zeiten von Kompass und Karten gehören der Vergangenheit an, die notwendigen Informationen gibt es jetzt in Echtzeit über die „Uconnect-Live-App“, die über den App Store oder Google Play in das Smartphone geladen wird. Egal, ob Webradio, Reuters Nachrichtendienst oder zum Beispiel die Deezer Internet-Musik-Plattform, alle informativen Dienste sind verfügbar, genauso wie Wartungsthemen oder der Timer für den Kundendienst.

Auf in den Alltag

Als Einstiegsmodell verzichtet der Renegade auf den ganzen Komfort eines Compass oder Cherokee. Er ist noch ein Purist im besten Sinne und auf den Autobahnen sind auch die langen Querrillen und Bodenwellen bei hohen Geschwindigkeiten gut zu vernehmen. Auf den Langstreckentests auf der A20 oder A7 kann man aber auch relaxen, die adaptive Geschwindigkeitsregelung funktioniert sehr feinfühlig und lässt das Gleiten auf dem Highway zum entspannten Fahrerlebnis werden.

Das eigenwillige Konzept prädestiniert den Renegade dann eher für die speziellen Aufgaben, der Markenkern Offroad kann entspannt auf den schlammigen Feldwegen bis hin zur seichten Sandpiste eingesetzt werden. Für Freizeitsportler bieten sich genügend Stauräume für das Sportequipment an. Für den Pferdesport kann er bis zu 1.500 kg gebremste Anhängelast bewältigen. Diese vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten machen ihn zum Generalisten für fast alle Einsatzzwecke.

Fazit

Das Einstiegsmodell Renegade bietet zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis ein universell einsetzbares SUV kombiniert mit rustikalen Offroad-Eigenschaften an. Neben den neuen Motoren mit Euro-6d-TEMP-Norm wird im kommenden Jahr auch eine Version mit Plug-in-Hybrid von Jeep angeboten.

Addendum

Praxistest Modelljahr 2019.

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